Meine buchige Woche (7)

Es ist mir morgens zu kalt geworden, diese Woche bin ich deshalb vom Fahrrad auf die Öffentlichen umgestiegen. Mein Weg zur Arbeit und zurück ist zwar kurz, trotzdem habe ich dadurch einen guten Grund, immer ein Buch mit mir zu schleppen und es in den Haltestellen zu lesen. Wenn es regnet, wird es etwas umständlicher mit Regenschirm und Buch zu balancieren, aber die Mühe lohnt sich.

Diese Woche habe ich Martin Zimmermanns Die seltsamsten Orte der Antike überall dabei gehabt, und habe diese kurzen Ausflüge in eine längst vergangene Welt sehr genossen. Dann aus dem Bus zu steigen und ins Büro zu gehen war teilweise schon eine Herausforderung… und genau das liebe ich an Büchern. Man ist beim Lesen in einer anderen Welt, man kann diese Welt jederzeit nach Belieben besuchen und sie verlassen. Nur wenn das Buch zu Ende ist, stellt sich ein trauriges Gefühl ein, als hätte man etwas verloren, wobei man doch auch jede Menge gewonnen hat.

Soeben habe ich einen buchigen Film gesehen, der zwar schon etwas älter ist, mich aber erst jetzt erreicht hat: Der Jane Austen Club. Es geht um einen Buchclub, dessen sechs Mitglieder Monat für Monat ein anderes Buch von Jane Austen lesen. Tolle Schauspieler und eine berechenbare Geschichte (aber ich mag so was), der perfekte Film für einen verregneten Sonntag. Und ganz toll fand ich, dass Ursula K. LeGuin ganz oft erwähnt wurde und auch andere Science-Fiction-Autoren zur Sprache kamen (die teilweise eigentlich Frauen waren, die unter Männernamen publiziert haben). Denn wie genauso wie Jane Austen nicht nur für Frauen ist, so ist Science-Fiction auch keine Männerdomäne.  Es sind Geschichten über Menschen, nur in unterschiedlichen Kostümen. So einfach ist das wahrscheinlich nicht, aber ich halte nicht viel von Vorurteilen.

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Und nach diesem Film wäre ich gerne Mitglied in einem Buchclub! Ich habe das noch nie probiert, und es ist wahrscheinlich nicht mal annähernd so, wie im Film, aber mir gefällt die Idee, mit einer Gruppe ein Buch zu besprechen, das wir nur aus diesem Anlass gelesen haben. Das habe ich zuletzt an der Uni erlebt, in einem ganz besonderen Seminar. Am Anfang des Semesters haben wir die Bücherliste erhalten und mussten die Bücher bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gelesen haben. Dann sind wir alle in ein kleines Schloss am Plattensee gefahren, haben uns dort mit einer Gruppe österreichischen Studenten getroffen, die ebenfalls diese Bücher gelesen haben, und in den folgenden Tagen habe wir uns in kleineren und größeren Gruppen über die Bücher unterhalten.

Jedenfalls wäre ich also gerne in einem Buchclub, und ich möchte nun auch das Buch lesen, das als Grundlage für diesen Film gedient hat.

Sonst war in dieser Woche nicht sehr viel los. Ich plane schon mein Programm auf dem Literaturfest, das im November in München stattfindet. Wir haben mit einer Freundin bereits einige Lesungen ausgesucht, auf die freue ich mich schon.

 

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