10/478 | Giuseppe Tomasi di Lampedusa: Der Leopard

Der Leopard ist einer der bedeutendsten Romane der italienischen Literatur, ich aber hatte leider viele Probleme damit. Es hat gefühlt eine Ewigkeit gedauert, bis ich die kaum mehr als 300 Seiten gelesen habe. Ich musste mich durch das Buch schlagen und dabei gegen die Langeweile ankämpfen.

Der Roman spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und beginnt im Mai 1860, kurz nachdem Garibaldi mit seinen Rothemden auf Sizilien landete. Die Hauptfigur ist Don Fabrizio, Fürst Salina, vor dessen Augen das alte System ins Wanken gerät und das sizilianische Adelsgeschlecht untergeht. Er sieht, was passiert, weiß aber auch, dass er nichts dagegen unternehmen kann und lässt die neue Welt passiv auf sich zukommen.

Garibaldi landet bei Marsala. Von Tancredi Scarpelli, gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21853501

Sein Neffe, Tancredi, reagiert hingegen aktiv auf die Geschehnisse, er schließt sich Garibaldis Bewegung an, und heiratet später ein bürgerliches Mädchen, das zwar keinen Titel, dafür aber viel Geld hat. Der Fürst findet sich mit dieser Situation nicht nur ab, er unterstützt Tancredi auch dabei.

Eine interessante Zeit in der Geschichte Italiens – das Land wird zu dieser Zeit zu einem geeinten Nationalstaat. Was dem Roman aber fehlt, ist die Spannung, zumindest konnte mich die Geschichte nicht mitreißen. Die Protagonisten bleiben alle fremd, es gibt niemanden, mit dem man mitfühlen könnte, was wahrscheinlich auch so gewollt ist, ist es doch die Geschichte von Menschen, die alle nur davon träumen, etwas zu erreichen, in Wahrheit aber eine triste Wirklichkeit leben. Vielleicht wenn man die Geschichte Italiens besser kennt und an dieser Periode interessiert ist, gibt der Roman mehr her, leider war das für mich nicht der Fall.


Diverses

Das Buch habe ich im Rahmen meines 478 Bücher Projekts gelesen.

Der erste Satz:

Nunc et in hora mortis nostrae.

Impressum:


Autor: Giuseppe Tomasi di Lampedusa
Titel: Der Leopard
Übersetzung aus dem Italienischen: Charlotte Birnbaum
Seitenzahl: 334
Verlag: Piper
Erschienen: 2016
© der deutschen Ausgabe: Piper Verlag GmbH, 1958

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