Elizabeth Edmondson: Mord auf Selchester Castle

Mord auf Selchester Castle ist bereits der zweite Kriminalroman rund um Hugo Hawksworth und Selchester Castle. Die erste Geschichte, Der Tote in der Kapelle, hat mir sehr gut gefallen. Der zweite Fall hingegen hat es mir leider gar nicht angetan.

Der Fall an sich ist nicht uninteressant. Die Handlung spielt 1953 (einige Monate nach dem ersten Fall), ihre Wurzeln liegen auch diesmal Jahre zurück: Gemälde und andere Kunstwerke wurden während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich von ihren rechtmäßigen Eigentümerrn entwendet. Viele der Kunstwerke wurden vernichtet, viele aber sind bis heute nicht aufgetaucht. Ein Teil wurde von Nazis im Gegenzug für Persilscheine an Engländer verkauft. Mit diesen Scheinen konnten sie sich praktisch „reinwaschen“ und ein neues Leben anfangen, ohne jemals für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden. Als nun in der Burg von Selchester Gemälde unbekannten Ursprungs auftauchen und ein Kunsthändler in deren Verkauf mit einbezogen wird, muss jemand verhindern, dass seine Geheimnisse gelüftet werden… Ein interessanter (und gruseliger Abschnitt) der Geschichte wird hier in einen Kriminalroman verwoben.

Bis es jedoch zu einem Mord und etwas Spannung kommt, sind wir bereits in der zweiten Hälfte des Buches. Bis dahin lernen wir einige neue Figuren kennen und erhalten Rückblicke in Geschehnisse des ersten Buches in forciert wirkenden Unterhaltungen. Die Story plätschert langweilig dahin und die Autorin geht dabei nicht besonders sparsam mit ihren Andeutungen um, so dass ich Opfer, Täter und Todesart nennen konnte, noch bevor irgendjemand gestorben ist. Das ist leider nicht die Art von Krimi, die einem Spaß macht.

Ärgerlich sind auch einige Fehler, die sich in das Buch eingeschlichen haben, ganz besonders die beiden Szenen, in denen urplötzlich Figuren angesprochen werden, die bis dahin nicht dabei waren.

Nach dem Mord wird das Buch deutlich besser, auch wenn man den Mörder erraten kann, funktioniert das Team um Hugo herum wieder sehr gut. Von Selchester sehen wir diesmal nicht sehr viel, die Bewohner des Dorfes haben mir im ersten Buch sehr gut gefallen, diesmal fallen sie etwas blasser aus, was wirklich schade ist.

Leser, die das erste Buch nicht gelesen haben, können zwar auch ohne Vorkenntnisse dieses Buch lesen, es empfiehlt sich trotzdem lieber mit dem ersten anzufangen, weil sehr viel darauf verwiesen wird.


Diverses

An dieser Stelle möchte ich mich beim Bloggerportal ganz herzlich für das Rezensionsexemplar bedanken.
Der erste Satz:

Lord Selchester riss das Steuer herum, um einem Fasan auszuweichen.

Impressum:

Autor: Elizabeth Edmondson
Titel: Mord auf Selchester Castle
Übersetzung aus dem Englischen: Peter Beyer
Seitenzahl: 400
Verlag: Goldmann
Erschienen: 2019
© Wilhelm Goldmann Verlag

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