Leipziger Buchmesse 2019 | Meine Buchtipps

Neuerscheinungen von über 2500 Ausstellern wurden dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. Wie viele einzelne Bücher gezeigt und vorgestellt wurden, könnte ich nicht einmal schätzen. Aus dieser Menge einige hervorzuheben ist nicht einfach, und mit Sicherheit entsteht dabei eine ungerechte Liste, die viele gute Bücher vernachlässigt – und dafür wahrscheinlich einige beinhaltet, die sich beim Lesen dann als gar nicht so gute Bücher erweisen. Trotzdem will ich hier einige der Bücher kurz vorstellen, die mein Interesse geweckt haben und die ich in der kommenden Zeit lesen möchte.

Daniel Mendelsohn – Eine Odyssee

„Als Jay Mendelsohn, pensionierter Mathematiker und 81 Jahre alt, eines Tages spontan beschließt, den Uni-Grundkurs seines Sohnes Daniel zum Thema „Odyssee“ zu besuchen, ahnen beide Männer nicht, dass dies der Beginn einer ganz eigenen Familien-Reise ist. Vater und Sohn folgen auf einer Schiffsroute den Spuren des homerischen Epos – und im Angesicht der eigenen Sterblichkeit überwinden sie ihr gegenseitiges Schweigen.“

Das klingt wie ein lustige, teils aber auch dramatische Vater-Sohn Geschichte. Was mir daran besonders gut gefällt, ist der Bezug auf Homers Epos. Das Buch ist am 04. März beim Siedler Verlag erschienen.

Carsten Schmidt – Ausgekaftat

Der Titel allein ist schon genial, das Thema macht es für mich aber besonders spannend: „Ausgekaftat ist ein Gesellschaftsroman, der zeigt, wie sich Intellektuelle manchmal so weit von der realen Welt entfernen, bis sie nirgendwo mehr ankommen – und ihren Träumen und und falschen Vorstellungen im angeblichen Land der Dichter und Denker erliegen.“ Der Roman fängt übrigens damit an, dass eine Frau ihren ehemaligen Uniprofessor angreift und dafür ins Gefängnis kommt…

Das Buch ist 2018 beim Drava Verlag erschienen und ist der erste Roman von Carsten Schmidt.

Charles Lewinsky – Der Stotterer

„Weil er Stotterer ist, vertraut er ganz auf die Macht des geschriebenen Worts und setzt es rücksichtslos ein, zur Notwehr ebenso wie für seine Karriere. Ein Betrug – er nennt es eine schriftstellerische Unsorgfältigkeit – bringt ihn ins Gefängnis. Mit Briefen, Bekenntnissen und erfundenen Geschichten versucht er dort diejenigen Leute für sich zu gewinnen, die über sein Los bestimmen: den Gefängnispfarrer, den Drogenboss, den Verleger.“

Schon wieder eine Geschichte, in der jemand ins Gefängnis kommt… diesmal zwar keine Germanistin, aber auch in diesem Fall jemand, der gut mit Sprache umgehen kann. Na klar interessiert mich auch dieses Buch, das am 1. April beim Diogenes Verlag erscheint.

Tereza Semotamová – Im Schrank

„Eine junge Frau zieht in einen Schrank. Ausgedient und knarzig steht er in einem Prager Hinterhof, der Winter naht. Es ist ihr Raum. Und es ist der radikale Entschluss, sich allen Zwängen, auch aller Geborgenheit zu entziehen, das Resultat zu vieler missglückter Anpassungsversuche.“

Eins meiner Lieblingserlebnisse auf der Buchmesse war ein Gespräch mit Tereza Semotamová, die dabei auch aus ihrem Buch einige Passagen vorlas. Es ist eine absurde Geschichte, die trotz ihrer Ernstheit mit viel Humor behandelt wird. Das Buch ist am 15. März beim Voland & Quist Verlag erschienen.

Saša Stanišić – Herkunft

Auf dieses Buch hat mir Saša Stanišić Lust gemacht, als er daraus vorgelesen hat – selten habe ich einen Autor erlebt, der mit so viel Leben aus dem eigenen Buch vorgelesen hat. Er selbst erklärt es damit, dass der Text sehr autobiographisch ist und aus seinem Inneren kommt. Er erzählt in diesem Buch nicht nur seinen Weg aus Jugoslawien nach Deutschland, es ist auch ein Abschied von der dementen Großmutter, die in einem winzig kleinen Dorf (Einwohnerzahl aktuell 17) gelebt hat. Nicht nur die Erinnerungen der Großmutter verschwinden, sondern ein ganzes Dorf mit all seinen Geschichten.

Das Buch ist am 19. März beim Luchterhand Verlag erschienen.

Ich freue mich darauf, diese Bücher zu lesen und bin auch gespannt, welche Bücher ihr auf der Buchmesse entdeckt habt!

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