James Corey: Abaddons Tor

Abaddons Tor ist das dritte Buch in der The Expanse Reihe, die zunächst von Netflix und nun von Amazon als Serie verfilmt wurde. Die ersten beiden Bücher (Leviathan Wakes und Caliban’s War) habe ich noch auf Englisch gelesen, beim dritten Buch habe ich aus Neugier die Sprache gewechselt – und auch um etwas schneller vorwärtszukommen, da ich im Vorfeld schon gehört habe, dass dieser dritte Teil etwas weniger spannend ist als die beiden ersten.

Tatsächlich war der Einstieg in dieses Buch etwas schwieriger, als bei den ersten beiden. Im ersten Buch haben sich zwei Stimmen abgewechselt (Holden und Miller), im zweiten verfolgten wir abwechselnd die Geschichte aus der Perspektive von Holden, Bobbie, Avasarala und Prax. Ähnlich ist es im dritten Buch, Holden ist die einzige Konstante, und wir bekommen drei neue Figuren, die wir erst kennenlernen müssen, um sie einordnen zu können. Obwohl das bei Caliban’s War genauso war, fiel es mir diesmal schwieriger, einen Draht zu den neuen Figuren zu finden. Und auch wenn Holden weiterhin eine prominente Rolle spielte, geriet seine Mannschaft ein wenig in den Hintergrund, was ich sehr schade fand.

Wir steigen in die Geschichte ein, nachdem das Protomolekül die Venus verlassen hat – was es dort gemacht hat, ist unklar, es scheint etwas, eine Art Ring gebaut zu haben. Was es ist, weiß vorerst keiner, Mars und Erde beobachten das Geschehen, als plötzlich jemand versucht durch den Ring zu fliegen – und der Ring sich als Tor zu einer anderen Galaxis erweist. Holden und sein Team haben sich von der AAP losgelöst und verdienen gutes Geld mit Transportaufträgen. Jules-Pierre Mao sitzt im Gefängnis.

Als der Ring als Tor erkannt wird, wollen alle dahin. Erde, Mars und sogar die AAP schicken Schiffe los. Der einzige, der so weit wie möglich vom Tor sein möchte, ist Holden. Doch die Umstände scheinen sich gegen ihn verschworen zu haben, und er muss zum Ring fliegen.

Die drei neuen Charaktere im Roman sind Anna, eine Predigerin von der Erde, Bull, der ebenfalls von der Erde stammt, aber bei der AAP ist und auf der umgebauten Nauvoo Sicherheitschef ist. Und Melba, die Rachegelüste gegen Holden hegt – und somit die erste wirklich negative Hauptfigur in der The Expanse Reihe ist.

Insgesamt hat mich der Roman nicht so fesseln und begeistern können, wie die Vorgänger. Während die ersten beiden Bücher in allen Erzählsträngen stark waren, hatte ich in diesem Buch zu keiner der Figuren eine Beziehung entwickeln können. Die Geschichte der Zivilisation, die das Protomolekül in unser Sonnensystem geschickt hat, fand ich aber faszinierend. Ich hoffe, dass im nächsten Buch noch mehr über diese Zivilisation erzählt wird und vielleicht einige bekannte Figuren zurückkehren (Avasarala habe ich sehr vermisst).


Diverses

Der erste Satz:

Menéo Jung-Espinoza, von seinen Freunden auf Ceres-Station Néo genannt, kauerte im Cockpit des kleinen Schiffes, das er Y Que genannt hatte.

Weitere Meinungen zum Buch:

Robots and Dragons

Schriftweise

Impressum:

Autor: James Corey
Titel: Abaddons Tor
Seitenzahl: 621
Verlag: Heyne
Erschienen: 2014
© Wilhelm Heyne Verlag

Ein Kommentar zu „James Corey: Abaddons Tor

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