Robert Galbraith: Die Ernte des Bösen

Rezension Die Ernte des Bösen

„Die Ernte des Bösen“ ist nach „Der Ruf des Kuckucks“ und „Der Seidenspinner“ der dritte Fall für Cormoran Strike und Robin Ellacott. J.K. Rowling hat es nach Harry Potter erneut geschafft, mit Romanen rund um einige Figuren erfolgreich zu werden, auch wenn die Ausmaße dieses Erfolgs nicht an die von Harry Potter heranreichen. Inzwischen gibt es auch eine Serie zu den Büchern und ein viertes Buch („Weißer Tod“) ist bereits 2018 erschienen. Die einzelnen Bücher kann man auch unabhängig voneinander lesen, um die Beziehung der Hauptfiguren besser zu verstehen, lohnt es sich jedoch sie chronologisch dranzunehmen.

Der dritte Fall lässt Cormoran Strike tief in seiner Vergangenheit graben. Als Robin nämlich ein Paket enthält, das ein abgetrenntes Frauenbein beinhaltet, ist es schnell klar, dass das eigentliche Ziel des Absenders Strike ist. Wer will ihm schaden? Wer will sich an ihm rächen? Und wer von den eventuellen Verdächtigen wäre tatsächlich in der Lage eine junge Frau umzubringen und sie zu zerstückeln? Strike hat sofort mehrere Personen aus seiner Vergangenheit parat, die in Frage kommen, nun heißt es, sie zu finden und einen nach dem anderen von der Liste zu streichen. Der Leser bekommt dabei auch die Gedanken des Mörders immer wieder mit. Auch wenn das beim Rätseln um seine Identität nicht unbedingt führt, sind diese Einblicke in seine Psyche trotzdem interessant, wenn acuh ziemlich abstoßend.

Parallel zur Detektivarbeit beschäftigen sich unsere zwei Helden auch mit ihrem jeweiligen Privatleben ganz intensiv. Robin steht kurz davor, ihren langjährigen Freund, Matthew zu heiraten. Aber kommt es denn tatsächlich zu dieser Heirat? Eine Frage, die auch Strike ganz intensiv beschäftigt.

Den einzelnen Kapiteln werden von Zitaten aus den Liedtexten der Band Blue Öyster Cult eingeleitet, auch der englische Titel des Romans („Career of Evil“) ist einem Song entliehen. Obwohl ich den Namen der Band natürlich schon mal gehört habe, war mir ihre Musik bis jetzt nicht bekannt. Das habe ich nun nachgeholt, und das kann ich auch anderen – der Rockmusik nicht ganz abgeneigten Lesern – nur empfehlen.

(Don’t Fear) The Reaper von Blue Öyster Cult

Meine größte Kritik am Buch ist seine Länge. Man hätte mindestens hundert Seiten ohne großen Verlust streichen können, es wird unnötig in die Länge gezogen. Dadurch geht Spannung verloren, was bei einem Krimi nicht wirklich von Vorteil ist. Dieses Gefühl hatte ich bereits beim zweiten Buch, beim dritten hat sich das nur noch verstärkt. Teilweise habe ich beim Lesen tatsächlich Seiten übersprungen, weil es mir an Geduld fehlte. Da genau das von vielen beim vierten Buch kritisiert wird, werde ich das wahrscheinlich nicht mehr lesen. Außer jemand stellt eine Art „Reader’s Digest“ Version zusammen.


Diverses

Meine Bewertung:

⭐⭐⭐

Der erste Satz:

Es war ihm nicht geungen, ihr Blut vollständig zu entfernen.

Impressum:

Autor: Robert Galbraith
Titel: Die Ernte des Bösen
Übersetzung aus dem Englischen: Wulf Bergner, Christoph Göhler, Kristof Kurz
Seitenzahl: 672
Verlag: Blanvalet Verlag
Erschienen: 2017
© der deutschsprachigen Augabe Blanvalet Verlag

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.