Stefan Buijsman: Espresso mit Archimedes

Stefan Buijsman, der mit gerade mal 21 Jahren an der Universität Stockholm über die Philosophie der Mathematik promovierte, stellt in seinem Buch die Frage, die viele von uns gestellt haben. Hat Mathematik irgendeinen Nutzen in unserem Leben? Wenn sogar ein Genie diese Frage nicht scheut, können wir auch getrost zugeben, dass sie uns in der Schule hin und wieder mal beschäftigt hat…

(Dieses Bild habe ich eigentlich nur eingefügt, weil ich mich schon sehr auf die neue Picard Serie freue.)

Der junge Philosoph fängt seine Erörterung damit an, aufzuzeigen, wo überall Mathematik in unserem Alltag eine Rolle spielt. Unser Leben ist ohne Mathematik heute nicht mehr vorstellbar. Ich könnte diesen Blogbeitrag ohne Mathematik nicht schreiben, und wenn ich damit fertig bin, wird mir Netflix mithilfe der Mathematik sagen, welcher Film mir gefallen könnte. Dass es heute schneien wird, wusste ich bereits vor einigen Tagen, und zwar aus dem Wetterbericht, der ebenfalls auf Mathematik gründet. Die weiße Landschaft könnte ich jedoch nicht aus dem achten Stockwerk betrachten, hätte die Mathematik es nicht möglich gemacht, so hohe (und noch höhere) Häuser zu bauen.

Ja, Mathematik ist überall, die meisten von uns müssen sich mit ihr (zu meinem Glück) nicht gut auskennen, um die Ergebnisse genießen zu können. Und es gibt bis heute Völker, die ganz ohne Mathematik auskommen, erzählt Buijsman. In den Urwäldern Südamerikas funktioniert das Tauschgeschäft ohne Geld, und ohne jedwede Kenntnis von Zahlen und Formeln. Erst mit der Gründung von Städten hat die Menschheit die Notwendigkeit erkannt, Einnahmen und Ausgaben festzuhalten. Der kurze Ausflug in die Geschichte der Mathematik ist faszinierend.

Mathematik dient aber nicht nur dazu, unseren Alltag zu verbessern oder zu erleichtern (wenn man die technischen Entwicklungen denn als Verbesserung betrachtet). In der Mathematik steckt jede Menge Philosophie, angefangen damit, dass die Mathematik die ganze Zeit über etwas nachdenkt, was man nicht sehen oder mit den Händen fassen kann.

Bei der Kürze des Buches wirkt die 15-seitige Zusammenfassung übertrieben, das war jedoch der einzige Punkt, an dem ich mich gelangweilt habe. Denn dieses kleine Buch schafft es, mich als Leser auch dann nicht zu verlieren, als es um Integrale und Graphen geht. Das alleine ist schon Grund genug, es zu empfehlen.


Diverses

Herzlichen Dank an dieser Stelle an den C.H. Beck Verlag für das Rezensionsexemplar.

Meine Bewertung:

⭐⭐⭐⭐

Der erste Satz:

Drehen wir die Zeit einmal kurz zurück.

Impressum:

Autor: Stefan Buijsman
Titel: Espresso mit Archimedes
Übersetzung aus dem Niederländischen: Bärbel Jänicke
Seitenzahl: 219
Verlag: C.H. Beck
Erschienen: 2019
© Verlag C.H. Beck oHG

2 Kommentare zu „Stefan Buijsman: Espresso mit Archimedes

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