Adrian Tchaikovsky: Die Erben der Zeit

Adrian Tchaikovsky Die Erben der Zeit

Die Erben der Zeit ist die Fortsetzung von Die Kinder der Zeit, eines der besten Science-Fiction-Romane, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Die erste Geschichte war in sich geschlossen, so dass es nicht unbedingt notwendig ist, die zweite zu lesen. Es wäre aber schade, sie zu verpassen.

Umgekehrt sollte man jedoch die Vorgeschichte kennen, um dieses Buch zu lesen. Auch wenn wir hier neue Welten und neue Lebewesen kennenlernen, spielen unsere alten Freunde aus dem ersten Buch alle eine wichtige Rolle hier. Die Geschichte wird abwechselnd auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Vergangenheit ist ein irdisches Raumschiff mit Terraformern im All unterwegs, um eine neue Heimat für die Menschen zu finden. Das muss ungefähr die Zeit sein, in der im ersten Buch Avrana Kern ebenfalls mit diesem Ziel unterwegs war. Das Raumschiff findet gleich zwei Planeten in einem Sonnenstystem. Den einen könnte man einfach terraformen, allerdings stellen sie bald fest, dass es auf diesem Planeten bereits Leben gibt. Und sie tun etwas ganz Tolles: sie zerstören dieses Leben nicht, sondern bewahren es.

So richten sie auf ihre Aufmerksamkeit auf den zweiten Planeten, der praktisch nur aus Eis besteht. Hier könnte man mit viel Arbeit eine Art neue Erde erschaffen, allerdings mit wenig Festland und viel Wasser. Um diese Arbeit zu erleichtern, greift einer der Terraformern zu einem Virus, das wir aus dem ersten Buch bereits kennen. Und als der Leser schon meinen würde, dass Adrian Tchaikovsky hier sein erste Geschichte nun mit einer anderen Tierart wiederholt, entdeckt man auf dem anderen Planeten eine ganz neue Lebensform. Eine Lebensform, die sich sehr über die neuen Wirskörper freut…

In der zweiten Zeitebene verfolgen wir das Geschehen in der Gegenwart. Auf Kerns Welt leben nun seit einigen Generationen Menschen und Portiide zusammen. Und auch auf den beiden vorhin kennengelernten Planeten ist viel Zeit vergangen. Als ein Schiff mit einer Mannschaft von Portiiden und Neumenschen das Sonnensystem dieser beiden Planeten erreicht, kommt es zu spannenden Begegnungen.

Mehr möchte ich aber an dieser Stelle nicht verraten. Auch in diesem Buch macht es sehr viel Spaß, selbst alles Satz für Satz zu entdecken. Tchaikovsky widmet viel Zeit der Beziehung zwischen Menschen und Spinnen, hier scheint nicht mehr nur der Zoologe, sondern auch ein Linguist durch. Die Linguistik spielt hier generell eine große Rolle, was sicherlich dazu beigetragen hat, dass mir dieser Roman so gut gefallen hat. Ich mag aber auch Tchaikovskys Erzählstil, die Art, wie er Figuren mit einem Namen benennt und diese Namen auch später für andere Figuren verwendet, und damit praktisch Archetypen schafft. Und ich mag sein Weltsicht. Die Erde ist verloren, die Menschheit auf einige wenige Exemplare zusammengeschrumpft. Es ist eine neue Welten mit neuen Lebensformen, die es aber lernen können, miteinander zu kommunizieren. Und auch wenn es nicht immer einfach ist, können sie sich verstehen.

Diese Reihe scheint mit diesem Buch abgeschlossen zu sein, ich hoffe jedoch, dass Adrian Tchaikovsky Spaß daran hatte, statt Fantasy, nun Science-Fiction zu schreiben, und er kehrt zu diesem Genre noch zurück.


Diverses

Herzlichen Dank an dieser Stelle an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Meine Bewertung:

Bewertung: 4 von 5.
Der erste Satz:

So viele Geschichten fangen damit an, dass jemand aufwacht.

Impressum:

Autor: Adrian Tchaikovsky
Titel: Die Erben der Zeit
Übersetzung aus dem Englischen: Irene Holicki
Seitenzahl: 672
Verlag: Heyne
Erschienen: 2020
© Wilhelm Heyne Verlag

2 Kommentare zu „Adrian Tchaikovsky: Die Erben der Zeit

    1. Ich hoffe, dir wir es auch gut gefallen. Das erste Buch hat eine wirklich neuartige Idee, die ich so noch sonst nirgendwo angetroffen habe. Viel Spaß beim Lesen, wenn es dann mal so weit ist!

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