Bowie & Books | Michael & Laura Allred, Steve Horton: Bowie

Michael Allred Bowie

Dieses Buch zu lesen oder auch nur die Bilder darin anzuschauen war pure Freude. Man spürt förmlich, dass hier echte Fans am Werk waren, die Bowie kennen und lieben. Viele kleine Details tauchen auf, oft wirklich nur Kleinigkeiten, die – wenn man sie kennt – wie ein Zuzwinkern zwischen Eingeweihten wirken, oder – wenn man sie nicht kennt – einen Einblick bieten, über den man sich als Bowie-Fan nur freuen kann. Dass es sich hierbei um ein Team handelt, dass Bowie wirklich liebt, zeigt sich auch daran, dass sie seinem Privatleben nur so viel Platz geben, wie unbedingt notwendig. Das Augenmerk liegt an der Musik und der einzigartigen Figur David Bowies.

Den Rahmen der Geschichte bildet ein Konzert. Es ist der 3. Juli 1973, Ziggy Stardust (Bowies Alter Ego) spielt mit seiner Band (The Spiders from Mars) in London. Es ist das letzte Konzert (bis zum 13.02. noch bei Arte) am Ende einer langen Tournee, und Bowie sich vom Publikum mit folgenden Worten geschlossen:

„Of all the shows on this tour, this particular show will remain with us the longest, because not only is it the last show of the tour, but it’s the last show that we’ll ever do.“

Worte, mit denen er seine Band vor den Kopf stößt. Denn was bis zu dieser Äußerung keiner wusste: Bowie will sich von Ziggy Stardust verabschieden und damit auch von seinen Bandkollegen. Später dachten manche, er wolle sich ganz aus der Musikbranche zurückziehen, doch für ihn war Ziggy nur die erste von vielen Figuren und Gesichtern in seiner Karriere und es war Zeit, den nächsten Schritt zu tun. Das von Michael Allred gezeichnete Comic konzentriert sich zwar und auf Ziggy und auf den Weg Bowies bis Ziggy, am Ende bekommen wir aber auch eine fantastische Collage mit vielen späteren Bowie-Gesichtern. Ein Fest für die Augen und ganz eindeutig ein Riesenspaß für Allred (was er in seinem Nachwort bestätigt).

Bowie hatte keinen leichten und schnellen Weg zum Ruhm, es hat Jahre gedauert, bis er das gefunden hat, was ihn letztendlich von allen seinen Zeitgenossen unterscheidet hat. Im Comic wird dieser Weg mit den wichtigsten Stationen aufgezeichnet. Wir treffen Bowies Wegbegleiter und können die wichtigsten Szenen dieser Reise nachlesen. Das Format lässt natürlich keine langen Ausführungen zu, doch Steve Hortons Texte und Allreds Zeichnungen schaffen es, diese Geschichte zu erzählen. Coloriert wurde das Buch von Laura Allred.

Die Transformation von David Jones zu David Bowie und dann zu Ziggy Stardust fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Welche Musik, welche Leute hatten dabei Einfluss auf ihn? Marc Bolan, Iggy Pop, Lou Reed, Andy Warhol, Tony Visconti, Alice Cooper, Mick Rock… die Liste ist lang, und alle poppen nacheinander auf den Seiten dieses Comicbuchs auf. Teilweise nur ganz kurz, sodass man sich am besten Zeit nimmt, um länger auf den einzelnen Seiten zu verweilen und nicht nur die einzelnen Personen aber auch sonstige kleine Details zu finden.

Und da habe ich noch gar nicht erwähnt, dass das Buch mit einem Vorwort von Neil Gaiman startet, der sich als eingefleischten Bowie-Fan entpuppt. Ein toller Einstieg ins Buch! Wenn ich wirklich irgendetwas kritisieren müsste, dann wäre es die Tatsache, dass – soweit ich weiß – noch keine Fortsetzung angekündigt wurde. Aber die muss unbedingt kommen!


Der erste Satz:

Danke, und gute Nacht!

Impressum:

Autor: Michael Allred, Laura Allred, Steve Horton
Titel: Bowie. Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume
Aus dem Englischen: Michael Schuster
Seitenzahl: 160
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 2020
© Cross Cult

2 Kommentare zu „Bowie & Books | Michael & Laura Allred, Steve Horton: Bowie

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